0,00 €

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Freitag, Oktober 7, 2022

Tel: +49 030 44 323 402

0,00 €

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Pharaonengräber und Korallengärten – Kunst- und Naturschätze in Ägypten

Mehr Reportagen

Kairo, Ägypten (Retroreisen). Selbstbewusst präsentiert das traditionsreiche Land am Nil seine ausgefallenen Kostbarkeiten.

Es geht aufwärts. Ein letzter fauchender Feuerstrahl überwindet die Schwerkraft und trägt den bunt gestreiften Ballon wie eine riesige Christbaumkugel hinauf in den Nachthimmel. Knarrende Seile halten die enge Korbgondel, aus der heraus neugierige Augenpaare die Umrisse in der Uferlandschaft des Nils auszumachen versuchen. Ein Lehmziegeldorf hier, ein Palmenhain dort, die mit zunehmender Höhe auf Spielzeugformat zurechtgestutzt werden.

Heißluftballons vor Sonnenaufgang. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Theben-West, 3.12.2012

Es ist ein Wettlauf mit der Sonne, die sich nun mit einem orangefarbenen Lichtstreifen am Osthimmel ankündigt. Ein stimmungsvoller Augenblick, der an der Nilschleife von Luxor bereits in der Pharaonenzeit eine alltägliche Begeisterung hervorrief. Denn Sonne bedeutete Leben. So wie auch der Nil, der alljährlich durch seinem Schlamm Wachstum und Gedeihen mit sich brachte.

Heißluftballon über Theben West. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Theben-West, 3.12.2012

Verwandlung von Dämmerung in Licht

Schnell schiebt sich die rötlich schimmernde Scheibe über den Horizont und verwandelt die Dämmerung in Licht. Dabei erleuchtet sie mit tänzelnden Lichtreflexen den behäbig dahingleitenden Strom und lässt im Gegenlicht die Umrisse der antiken Gebäude auf der gegenüber liegenden Flussseite deutlich hervortreten. Zuallererst den Tempel von Karnak mit seinen massigen Säulen und schlanken Obelisken, der einst Hauptgott Amun Re Unterkunft gewährte. Und natürlich den Tempelbezirk von Luxor in seiner unübertroffenen architektonischen Eleganz. Dem kundigen Auge entgeht auch nicht der später im Stil britischer Kolonialarchitektur errichtete „Winterpalast“, in dem sich einst Agatha Christie während der Entstehung ihres literarischen Nil-Abenteuers einquartierte.

Kapitäne einer Nil-Feluke. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Luxor, 2.12.2012

Doch schon bald wendet sich der Blick zurück in das nun voll ausgeleuchtete Theben-West, von wo aus sich die Sonne am Vorabend verabschiedet hatte. Stets war dies der Ort, hinter dem allabendlich der Tag von der Nacht aufgesogen wurde. Und daher nach altem Glauben zugleich die Sphäre des Todes und der Unterwelt. Hier hatte der Pharao stets die Herausforderungen zu bestehen, von denen im altägyptischen Totenbuch die Rede ist. Jedes Mal ein Abenteuer in großem Stil, von dessen erfolgreichem Ausgang das Geschick der vom kosmischen Scheitern bedrohten Welt abhing.

Grenzlinie zwischen Ackerland und Wüste in Theben West. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Theben-West, 3.12.2012

Schweben in federhafter Leichtigkeit

Verständlich daher der Jubel, wenn wieder ein Tag anbrach und neues Leben mit sich brachte. So wie auch heute, als die schnell aufsteigende Sonne den fruchtbaren Grünstreifen entlang dem Nil ausleuchtet bis an das unmittelbar angrenzende graubraune Wüsten-Niemandsland. Nun fällt ihr heller Strahl auch auf die beiden steinernen Memnon-Kolosse. Bis zu ihrer Renovierung, so weiß Ballonführer Mohammed bei ausgestrecktem Arm zu berichten, stimmten sie stets im warmen Hauch des Wüstenwindes ein unerklärliches Klagelied an, das allerdings nach ihrer Renovierung verstummte.

Mit Luftströmungen kennt Mohammed sich nur allzu gut aus. Und doch hat er mit Hilfe seiner Zugseile nur geringe Einflussmöglichkeiten auf die seitliche Fortbewegung des Ballons. Denn dessen Richtung kennt allein der Wind. Und der führt das Gefährt heute in federhafter Leichtigkeit hinüber zu dem Totentempel der Pharaonin Hatschepsut. Angelehnt an eine hohe Felswand strahlen seine in der Morgensonne leuchtenden Kolonnadenreihen aus weißem Kalkstein bedeutungsvoll herauf. Wie die parallelen Stäbe einer riesigen Schreibmaschine, dazu geeignet, die ruhmreichen Taten der einstigen Herrscherin präsent zu erhalten.

Heißluftballon über Theben West. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Theben-West, 3.12.2012

Emotionen angesichts eines Mythos

Doch dann öffnet sich im Zentrum des zerklüfteten Gebirgsmassivs von Theben-West das mit Spannung erwartete Tal der Könige. Legendäre Begräbnisstätte der Pharaonen des Neuen Reiches über viele Generationen. Oftmals ausgeplündert durch findige Grabräuber, die die kostbaren Grabbeigaben sofort einschmolzen oder durch Weiterverkauf über die ganze Welt verstreuten.

Säulengalerie im Karnak-Tempel. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Luxor, 2.12.2012

Nur die heute berühmteste aller Totenkammern entging ihrem Zugriff – das Grab des jugendlichen Pharaos Tutanchamun mitsamt seiner betörenden Totenmaske. Ein Zufallsfund des britischen Archäologen Howard Carter vor genau einhundert Jahren, dessen Einmaligkeit den Mythos begründete, der sich in Windeseile verbreitete.

Ton- und Lichtschau im Tempel von Karnak. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Luxor, 1.12.2012

Geste anrührender Zärtlichkeit

So ist es Ehrensache, nach der bemerkenswert weichen Landung der Gondel am Rande eines Zuckerrohrfeldes, diesem Grab die Ehre zu erweisen. Gleich hinter den in die Tiefe hinab führenden sechzehn Treppenstufen kommt es in der Vorkammer des Grabes zu einer unerwarteten persönlichen Begegnung mit dem jungen Pharao, dessen gut erhaltene und doch zerbrechlich wirkende Mumie sofort starke Emotionen auslöst.

Goldmaske des Pharaos Tutanchamunl. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Luxor, 2.12.2012

Ebenso wie das in mattem Gold gehaltene Wandgemälde über dem Sarkophag, auf dem Göttin Hathor den Leib des jungen Gottkönigs dem Totengott Osiris anvertraut. Unglaublich, mit welcher Geste anrührender Zärtlichkeit der Gott der Unterwelt sich des verstorbenen Jünglings annimmt.

Clownfisch Nemo. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Scharm El-Scheich

Aufragende Korallenstöcke

Als ähnlich bewundernswert erweisen sich die Naturschätze am Roten Meer. Besonders die Taucher wissen genau, was sie an ihrem „Ras Mohammed“ haben, das nicht ohne Grund den Top-Ten-Tauchdestination der Welt zugerechnet wird. Für sie gibt es nichts Schöneres, als bei einem Strömungstauchgang in kristallklarem und angenehm temperiertem Wasser sanft dahin zu gleiten, vorbei an hoch aufragenden Korallenstöcken, in denen ein buntes Gewimmel exotischer Fische stets neu ein ungläubiges Staunen hervorruft.

Bunter Feuerfisch. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: Scharm El-Scheich, 14.7.2005

Auch ein Blick hinüber ins angrenzende Na’ama Bay zeigt deutlich, wie hier das pulsierende Leben seinen Lauf nimmt. Dabei haben sich die Aktivitäten von der gastlichen Uferpromenade verstärkt in die Altstadt hinein verlagert, in der sich auch ein buntes Nachtleben entfaltet.Zum Beispiel in der Cocktail-Bar „Little Buddha“, in der sich unter einer weit ausladenden Flachkuppel allabendlich illustre Gäste einfinden. Dank der Intuition von Besitzer Tarek aus Kairo, dessen Bar mit ihren auf orientalischen Geschmack getrimmten Cocktails sowie ihrer unauffällig-stilvollen Beleuchtung in der Tat etwas Besonderes darstellt.

Hotel Steigenberger Golf Resort in El Gouna. © Foto/BU: Dr. Bernd Kregel, Aufnahme: El Gouna, 4.12.2012

Modellstadt für urbanes Leben

Ähnlich positiv gestaltet sich die Lage auch in El Gouna, jener idyllischen Kunststadt an der Festlandseite des Roten Meeres, die von Anfang an als eine Modellstadt für urbanes Leben konzipiert wurde. Durchzogen von gewundenen Kanälen, wirkt sie wie ein ägyptisches Venedig und atmet besonders an den großzügig angelegten Marinas den Geist südländischer Wohnlichkeit. Eine gelungene Anlage, die ihren Modellcharakter längst unter Beweis gestellt hat.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

97 − = 90

Anzeige

Neueste Reportagen

Anzeige